Letztes Feedback

Meta





 

Wochenende 13./14.10.2012

 Samstag 13.10.2012

Nach einer eher ruhigen Schulwoche, die Prüfungen sind vorbei und wie in allen Schulen dieser Welt ist die Spannung raus, machen wir uns auf zu einem Ausflug in eine andere Welt.

Die Fahrt geht Richtung Süden: in die „Boca de la Costa“ (Richtung Pazifik-heißes Land).

In der Nähe der Stadt Retahuleu (kurz Reu) wollen wir die Comunidad Nueva Alianza besuchen, eine Fair-Trade-Kaffee- und MaKadamianuss-Farm, die heute von 40 Kleinbauernfamilien geführt wird, die früher als Angestellte der Farm arbeiteten. Wer Lust hat, kann sich mal die Internetseite ansehen: www.comunidadnuevaalianza.org.

 

 

Geplant sind eine Übernachtung im Hotel, das zu der Anlage gehört und viele Informationen über Kaffee und Makadamianuss.

Wieder machen wir uns auf mit dem wichtigsten guatemaltekischen Transportmittel, dem Chickenbus.

Es wird eine Fahrt in eine andere Welt!

Bereits bei unserer Abfahrt in Xela strahlt die Sonne vom blauen Himmel. Doch mit jedem Kilometer in Richtung Süden, quer durchs Gebirge, wird es um mindestens 1 Grad wärmer und mit dem Anstieg der Temperatur ändert sich die Vegetation. Der fast europäisch anmutende Mischwald in und um Xela wird zum subtropischen Regenwald. Wir kommen ins wichtigste Bananenanbaugebiet von Guatemala. Überall an den Straßen werden dicke Bananenstauden (Koch- und Essbananen) verkauft. Es wird zunehmend schwüler. Nach ca. 90 Minuten Fahrt (heute mit einem sehr moderatem Fahrer) kommen wir an dem Treffpunkt an, an dem wir von Javier, einem der Mitarbeiter der Finka abgeholt werden. Auf der Ladefläche seines Pick-ups geht’s jetzt in Richtung Plantage, über Stock und Stein, große Löcher, kleine Löcher, hinein ins Landesinnere, weg von der Hauptstraße.

Außer Grün gibt es hier nichts mehr.

Angekommen beziehen wir erst mal unsere liebevoll eingerichteten Zimmer (Einzelzimmer mit Bad, sehr sauber) mit einem herrlichen Blick auf die Vulkane. Einer von ihnen der „Santiaguito“ ist noch aktiv und wirft mehrmals stündlich Lava aus.

 

 

Es ist beeindruckend schön hier und das, was das Auge sieht, lässt sich nur schwer in Worte fassen: subtropische Pflanzen, unberührte Natur in einem Naturschutzgebiet.

 Nach einem leckeren Mittagessen will uns Kevin, der jüngste Bruder von Javier (von insgesamt 15 Geschwistern!) zwei von drei Projekten, von denen die Familien auf der Finca leben, zeigen. Das Makadamia-Projekt und das Biodiesel-Projekt. Das Kaffee-Projekt verschieben wir auf den nächsten Tag, weil es plötzlich fürchterlich anfängt zu regnen. Mir kommt das sehr entgegen, denn ich bekomme plötzlich fürchterliche Bauchkrämpfe. Was die zu bedeuten haben, erfahre ich allerdings erst am nächsten Tag.

Alle verziehen sich auf ihr Zimmer.  Ausruhen ist angesagt. Der Regen hat inzwischen nachgelassen. Draußen ist es wie in einer Waschküche. Nebel soweit das Auge reicht.

Inzwischen ist es 18:00 und wie immer um diese Zeit stockdunkel. Daran muss man sich erst mal gewöhnen! Alle warten, mehr oder weniger aktiv, auf das Abendessen.

Nach dem Abendessen erzählt uns Javier alles über die Entstehung der Kooperative, sehr interessant und wie ich meine auch nachahmenswert:

Gegen 21:00 verschwinden alle auf ihr Zimmer. Wir verabreden uns zum Sonnenaufgang um 5:30.


Ich kann zunächst nicht schlafen, meine Stiche jucken immer noch und ich schmiere und schmiere… Irgendwann muss ich dann doch eingeschlafen sein, aber gegen 4:00 werde ich abrupt wach: Mein Bett wackelt heftig, die Erde bebt. Für die Guatemalteken ganz normal, für mich etwas erschreckend. Diese Erdstöße kündigen den Übergang vom nassen Winter zum trockenen Sommer an, und umgekehrt. Heute (Montag) war der nächste, in der Schule!

Nun gut! Ich bin dann erst mal aufgestanden und blöd rumgelaufen. Im Haus hat sich nichts bewegt, alle haben weiter geschlafen. Da hab ich mal zum Fenster rausgeschaut und ein fantastisches Schauspiel gesehen: Der Santiaguito hatte eine Rieseneruption und von mehreren Seiten floss die glühende Lava in die Tiefe. Toll!!! Leider habe ich meinen Fotoapparat nicht schnell genug gefunden!

Dann hab ich mich nochmal hingelegt, denn bis zum Sonnenaufgang wars ja jetzt nicht mehr weit. Vom Dach des Hotels aus hatten wir einen herrlichen Blick!!!

Danach sind wir alle wieder ins Bett gegangen.

Sonntag, 14.10.2012

Als ich dann um 7:00 unter die Dusche gehen wollte, brach das Unheil über mich herein: fürchterliche Krämpfe, Schmerzen im linken Arm und Atemnot! Da wurde ich panisch und habe Javier gebeten, mich ins Krankenhaus zu bringen, in ein staatliches, denn ich hatte keine Kreditkarte dabei!

Eine interessante Erfahrung, auch wenn ich sie lieber nicht gemacht hätte. Da war zunächst mal der „Krankentransport“ im Pickup. Durchgeschüttelt bis in die kleinste Zelle wurde ich im  untersten Viertel des Wegs „umgelagert“ in einen Krankenwagen! Von da ging‘s ins Krankenhaus. Und als ich aus dem Krankenwagen ausstieg war da plötzlich ein Mann, der sich mir als José vorstellte. Zuerst dachte ich, das wäre ein Arzt. Aber weit gefehlt! Das war jemand von einer staatlichen Organisation, die sich INGUAT nennt. Diese Leute haben die Aufgabe,  Touristen in Not zu helfen. Genial! Er war die ganze Zeit bei mir, hat mir Wasser besorgt und Medikamente und schließlich noch den Rücktransport (nicht im Chickenbus, sondern mit fahrtauglichen Geländewagen) bis vor die Haustür organisiert. Und das Ganze hat nichts gekostet! Ich hab’s erst gar nicht glauben können.

Übrigens: Es war nicht das Herz, sondern der Darm! Ich habe mir wohl ein paar Parasiten eingefangen, was hier ja an der Tagesordung sein soll! Möglicherweise steht auch mein Hautausschlag damit in Verbindung. Jetzt reicht es mir allerdings mit Krankheiten! Gestern war ich mental soweit, meinen Aufenthalt abzubrechen!

Heute sieht die Welt allerdings schon wieder ganz anders aus und vielleicht, so Sheny meine Gastmutter; ist mein Körper jetzt fit für dieses Land! Drückt mir die Daumen!

 

 

16.10.12 00:55

Werbung


bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


gerli (17.10.12 12:50)
Hi,
eben sehe ich erst, dass es was neues gibt, ich seh jeden Tag nach, aber irgendwie dachte ich du wärst am Samstag 6.10 stehengeblieben. Egal, schaurig-schöne Geschichten, die ich da lese :-))und endlich mal ein Foto von dir.
Deine Gastmutter hat vielleicht recht und dein Körper ist mal bald fertig mit umstellen und alles wird gut. lg. gerli

Name:
Email:
Website:
E-Mail bei weiteren Kommentaren
Informationen speichern (Cookie)


 Smileys einfügen